„Wie viele Meilen brauche ich für den Senator-Status?“ — diese Frage bekommen wir oft, und sie enthält schon den häufigsten Denkfehler. Denn Meilen und Status haben bei Miles & More praktisch nichts miteinander zu tun. Es sind zwei getrennte Spiele mit zwei getrennten Zählern. Wer das einmal verstanden hat, spart sich viel Frust — und merkt vielleicht, dass er den Status gar nicht braucht.
Zwei Zähler, die nichts voneinander wissen
In eurem Miles-&-More-Konto laufen zwei völlig verschiedene Währungen nebeneinander:
- Prämienmeilen sind die Währung zum Ausgeben. Damit bucht ihr Flüge. Sie kommen vom Fliegen, aus Payback-Transfers, von Kreditkarten und Partnern.
- Statuspunkte sind die Währung zum Qualifizieren. Damit erreicht ihr Frequent Traveller, Senator oder HON Circle. Sie kommen fast ausschließlich vom tatsächlichen Fliegen.
Das ist der entscheidende Satz für alle, die über Payback und Kreditkarten sammeln: Diese Punkte bringen euch keinen Millimeter näher an einen Status. Ihr könnt eine halbe Million Meilen im Konto haben und trotzdem ohne Status durch die normale Schlange am Check-in gehen.
Und es geht sogar noch weiter: Ein Flug, den ihr mit Meilen bucht, bringt in der Regel keine Statuspunkte. Unser Sammel-Ansatz arbeitet also nicht auf den Status hin — er läuft daran vorbei.
Die drei Stufen bei Miles & More
Seit Januar 2024 gibt es keine Statusmeilen mehr. Stattdessen zählen Points, Qualifying Points und HON Circle Points — jeweils pro Kalenderjahr:
| Frequent Traveller | 650 Points, davon 325 Qualifying Points |
| Senator | 2.000 Points, davon 1.000 Qualifying Points |
| HON Circle | 6.000 HON Circle Points |
Zwei Dinge sind daran wichtig. Erstens: Qualifying Points sammelt ihr nur auf Flügen der Lufthansa Group und ausgewählter Partner — ein Star-Alliance-Flug mit einer beliebigen anderen Airline zählt für diesen Teil nicht. Zweitens: HON Circle Points gibt es ausschließlich in der Business und First Class.
Eine Änderung von 2024 wird oft überlesen und ist ziemlich unangenehm: Der Status gilt seitdem nur noch ein Jahr statt wie früher mindestens zwei. Ihr müsst also jedes Jahr aufs Neue ran.
Die gute Nachricht: Preis und Klasse sind egal
Die Punktevergabe hängt seit der Umstellung nicht mehr an der Entfernung oder am Ticketpreis, sondern nur noch daran, ob ein Flug als kontinental oder interkontinental gilt. Je nach Flug gibt es zwischen 20 und 300 Points.
Das führt zu einem kuriosen Effekt: Ein sehr günstiger Economy-Kurzstreckenflug kann pro ausgegebenem Euro deutlich mehr Statuspunkte bringen als ein teures Langstreckenticket. Genau darauf bauen die sogenannten Status Runs auf — Reisen, die man fast nur fliegt, um Punkte zu sammeln.
Was der Status wirklich bringt
Je nach Stufe bekommt ihr unter anderem Lounge-Zugang, Priority Check-in und Boarding, mehr Freigepäck, bevorzugte Wartelisten und einen Meilenbonus auf bezahlte Flüge. Der Senator bringt zusätzlich Star Alliance Gold, was auch bei Partner-Airlines wirkt.
Klingt gut. Jetzt kommt der Teil, den ihr sonst selten lest.
Der ehrliche Teil: Braucht ihr das überhaupt?
Schaut euch die Liste oben noch einmal an und vergleicht sie mit dem, was in einem Business-Class-Ticket ohnehin enthalten ist: Lounge-Zugang, Priority Boarding, Extra-Gepäck, eigener Check-in-Schalter. Das ist praktisch dieselbe Liste.
Wenn ihr also — so wie wir — eure Meilen für Prämienflüge in der Business Class einsetzt, dann bekommt ihr die wichtigsten Statusvorteile über das Ticket, nicht über den Status. Der Status würde euch an diesen Tagen fast nichts zusätzlich bringen.
[EURE ERFAHRUNG: Habt ihr einen Status? Falls nein — wann habt ihr ihn zuletzt vermisst? Falls ja — was nutzt ihr davon wirklich?]
Dazu kommt die Rechnung. Um überhaupt auf 650 Points zu kommen, müsst ihr bezahlte Flüge machen — realistisch liegt der günstigste Weg zum Frequent Traveller im hohen dreistelligen Bereich, der Senator deutlich über tausend Euro. Und das jedes Jahr aufs Neue.
Für dieses Geld bekommt ihr über unseren Weg [LINK ZUM MEILEN-SAMMELN-BEITRAG] ein gutes Stück eines Business-Class-Prämienflugs. Für die meisten Urlaubsreisenden ist das der bessere Deal.
Unsere Faustregel: Status lohnt sich, wenn jemand anders eure Flüge bezahlt. Meilen lohnen sich, wenn ihr sie selbst bezahlt.
Für wen sich der Status trotzdem lohnt
- Geschäftsreisende. Der Klassiker. Wer ohnehin regelmäßig auf Firmenkosten fliegt, sammelt die Punkte nebenbei und nimmt die Vorteile mit.
- Wer viel in der Economy fliegt. Hier macht der Status den größten Unterschied — Lounge und Priority sind sonst nicht dabei.
- Wer auf Lifetime-Status hinarbeitet. Seit 2024 gibt es 30.000 Qualifying Points für den Frequent Traveller auf Lebenszeit und 40.000 für den Senator. Das ist ein Jahrzehnte-Projekt, aber danach ist Schluss mit Requalifizieren.
- Wer Familie oder Partner mitnimmt. Manche Vorteile gelten für Begleitpersonen — das kann den Ausschlag geben.
Unser Fazit
Der Vielfliegerstatus ist nichts, wovon ihr euch unter Druck setzen lassen solltet. Er ist ein Werkzeug für Leute, die viel und bezahlt fliegen — und für alle anderen ein teures Hobby.
Unser Weg ist ein anderer: Wir sammeln Meilen und Punkte im Alltag und setzen sie für Flüge ein, die vorne im Flugzeug stattfinden. Die Lounge nehmen wir dann über das Ticket mit — ganz ohne Statuskarte im Portemonnaie.
Wie genau wir dabei vorgehen, steht in unserem Grundlagenbeitrag [LINK]. Und wenn ihr wissen wollt, wie weit man allein mit dem Wocheneinkauf kommt, schaut in unseren Payback-Beitrag [LINK].
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