„Wie macht ihr das eigentlich?“ — das ist die Frage, die uns unter fast jedem Reisevideo gestellt wird. Die kurze Antwort: Wir sammeln im ganz normalen Alltag Punkte, an der Supermarktkasse und beim Bezahlen mit der Karte, und tauschen sie später gegen Flüge ein, die sonst mehrere tausend Euro kosten würden. Die lange Antwort kommt jetzt — Schritt für Schritt, genau so, wie wir es selbst machen.

Stand: Juli 2026 — Programme und Konditionen ändern sich, wir halten den Beitrag aktuell.

Das Prinzip: Sammeln ist einfach, Einlösen ist die Kunst

Bevor wir zu den einzelnen Programmen kommen, der wichtigste Gedanke vorweg: Punkte sammeln kann jeder. Der Unterschied zwischen „ein paar Gutscheine“ und „Business Class nach Bangkok“ entsteht beim Einlösen. Dieselben Punkte können 50 € wert sein — oder 500 €, je nachdem, wofür man sie einsetzt.

Unsere Grundregel lautet deshalb: Punkte werden bei uns nie gegen Prämien aus dem Katalog, Gutscheine oder Auszahlungen getauscht. Sie fließen immer in Richtung Vielfliegerprogramme — denn dort, bei Prämienflügen in Business Class, holt man den mit Abstand höchsten Wert pro Punkt heraus.

Säule 1: Payback — der Klassiker an der Supermarktkasse

Payback kennt in Deutschland jeder — die meisten lassen sich die Punkte aber als Rabatt auszahlen und verschenken damit den größten Teil des Werts. Denn Payback hat eine Besonderheit, die kaum jemand nutzt: Die Punkte lassen sich im Verhältnis 1:1 zu Miles & More übertragen, dem Vielfliegerprogramm der Lufthansa-Gruppe. Aus jedem Payback-Punkt wird eine Meile.

Zur Einordnung: Lässt man sich Payback-Punkte auszahlen, ist ein Punkt genau einen Cent wert. Als Meile in einer guten Business-Class-Buchung eingesetzt, liegt der Wert oft beim Mehrfachen davon. Gleiche Punkte, völlig anderer Gegenwert.

So sammeln wir konkret: Wir schauen jede Woche Sonntag und Montag Abend einmal in die Payback App, was es aktuell für Coupons gibt und überlegen dann, was für uns wirklich Sinn macht, diesen einzulösen. Meistens sind das 5 – 10-fach Punkte bei Edeka, DM und Aral. Gerade bei Edeka ist es momentan sehr leicht, überdurchschnittlich viel Punkte zu farmen, da es fast jede Woche mehrere Coupons gibt, mit denen man 40 – 50-fache Punkte auf bestimmte Produkte oder Kategorien bekommen kann. Das wechselt zum Glück immer regelmäßig, so das wir dann Shampoo, Nudeln, Tiefkühlsachen, Zahnpasta, etc. auf Vorrat kaufen können und so mit einem einzigen Einkauf für 100€ beispielsweise bis zu 5.000 Punkte bekommen können und das NUR für ein Produkt (auf Masse) oder EINE Kategorie!! Also könnt ihr, wenn ihr gezielt Produkte einkauft mit Coupons und auf Vorrat, vielleicht auch für Freunde und Familie gleich mit, mit einer Couponwoche und nur von einem Partner, schon einen Business Class Flug nach Amerika für 55.000 Meilen drin haben. ☺️
Das Geld was ihr zum Beispiel für Freunde und Familie ausgebt, könnt ihr dann auch direkt wieder von denen zurückbekommen, wenn ihr denen die Produkte gebt.

Wir persönlich buchen zum Beispiel auch die Urlaube, Flüge und Hotels für all unsere Bekannten und Familien und bekommen so gleich noch Punkte und Meilen für die Hotelbuchung (geht auch doppelt, wenn ihr eine Meilengutschrift bei dem jeweiligen Programm anmeldet) und für Flüge auch die Statuspunkte, was uns wiederum dabei hilft einen höheren Status zu bekommen oder unseren jetzigen weiter zu sichern.

Der wichtigste Trick: auf den Transferbonus warten

Jetzt kommt der Teil, der aus einem guten Deal einen sehr guten macht. Ein- bis zweimal im Jahr (manchmal auch deutlich öfter) gibt es Aktionen, bei denen es Bonus-Meilen für den Transfer gibt — mal 10 %, in der Vergangenheit auch schon bis zu 30 % oder mehr. Aus 10.000 Payback-Punkten werden dann statt 10.000 eben 13.000 Meilen, einfach nur, weil man den richtigen Moment abgewartet hat.

Deshalb machen wir es so: Punkte bei Payback liegen lassen, auf die nächste Bonus-Aktion warten und dann manuell übertragen — wichtig ist dabei meist eine Mindestmenge pro Übertragung (zuletzt 4.000 Punkte). Das automatische „Meilen-Abo“ von Payback haben wir bewusst nicht aktiviert: Es überträgt die Punkte stur zweimal im Jahr zum Standardkurs — und genau dann geht einem jeder Transferbonus durch die Lappen.

Säule 2: Revolut — Punkte beim ganz normalen Bezahlen

Die zweite Säule ist unsere Bezahlkarte. Mit Revolut sammeln wir bei jeder Kartenzahlung sogenannte RevPoints — beim Tanken, beim Onlineshopping, im Restaurant. Wie schnell die Punkte zusammenkommen, hängt vom gewählten Kontomodell ab: In den Premium-Varianten sammelt man deutlich schneller als im kostenlosen Standard-Konto.

Wir nutzen einmal das Metal und einmal das Ultramodell und sammeln damit im Metalprogramm 1 Punkt pro 2 ausgegebenen € und im Ultraprogramm 1 Punkt pro 1 ausgegebenen €. Hier ist aber ganz wichtig, ihr könnt natürlich auch in dem kostenlosen Programm von Revolut Punkte sammeln, aber nur 1 Punkt pro ausgegebenen €. Das kann man an sich mit dem Multiplikator auch noch deutlich erhöhen, dann wird der Betrag den ihr ausgebt automatisch aufgerundet und mit dem Multiplikator, den ihr gewählt habt, in Punkte umgerechnet.
Wenn ihr aber vor habt deutlich mehr zu reisen, würden wir euch mindestens das Metalabo für 13,99€ im Monat empfehlen. Dann habt ihr eine Reiseversicherung, E-Sim Karten bis zu 1GB international und noch viele weitere Abos kostenlos zur Verfügung. Auch den Loungezugang erhaltet ihr so deutlich günstiger, im Ultraabo sogar kostenlos. Für uns war gerade die WeWork Mitgliedschaft, der aussschlaggebende Punkt mit den schnelleren Punkten, da wir so die Möglichkeit haben, überall auf der Welt, wo WeWork vertreten ist auch ein Büro dort nutzen zu können.

Das eigentlich Starke an Revolut ist aber das Einlösen: RevPoints lassen sich zu inzwischen über einem Dutzend Vielfliegerprogrammen übertragen, bei den meisten davon im Verhältnis 1:1 — darunter Flying Blue (KLM/Air France), der British Airways Club und der Qatar Airways Privilege Club (beide Avios) sowie Turkish Airlines Miles&Smiles. Damit deckt man alle großen Airline-Allianzen ab und kann für jede Reise das Programm wählen, das gerade den besten Preis bietet.

Der Transfer selbst ist in der App in einer Minute erledigt: RevPoints → Einlösen → Flugmeilen, Programm auswählen, Mitgliedsnummer hinterlegen, fertig. Aber Achtung — einmal übertragen heißt endgültig übertragen, zurückbuchen geht nicht. Deshalb gilt bei uns die eiserne Regel weiter unten.

Genau so haben wir übrigens unseren Rückflug aus Bangkok bezahlt: RevPoints gesammelt, zu Flying Blue übertragen und damit die KLM Business Class gebucht. – Hier kommt ihr da hin — dort seht ihr, was am Ende dabei herauskommt.

Säule 3: Meilen durchs Fliegen selbst

Die dritte Quelle ist die naheliegendste: das Fliegen selbst. Jeder bezahlte Flug bringt Meilen aufs Konto — vorausgesetzt, man gibt seine Vielfliegernummer bei der Buchung an. Klingt banal, wird aber ständig vergessen.

[EURE ERFAHRUNG: Bei welchen Programmen lasst ihr Flüge gutschreiben? Habt ihr einen Status im Blick? Nutzt ihr Qatar Privilege Club für Oneworld-Flüge?]

Der Paar-Vorteil: gemeinsam sammelt es sich doppelt so schnell

Und jetzt der Punkt, der uns von den meisten Meilen-Ratgebern unterscheidet: Wir sind zu zweit — und das ist beim Sammeln ein echter Vorteil, wenn man es richtig anstellt.

Bei Miles & More sammeln wir in einen gemeinsamen Topf, statt zwei halbvolle Konten zu pflegen. So erreichen wir die nötige Meilenzahl für zwei Prämientickets ungefähr doppelt so schnell, und keine Meile liegt nutzlos herum. [WIE GENAU MACHT IHR DAS? Beschreibt euer Setup — das ist euer wertvollster Absatz, weil ihn so kaum jemand erklärt.]

Die zweite Paar-Strategie: Buchungen aufteilen. Es müssen nicht beide Tickets aus demselben Programm kommen — für unseren Bangkok-Trip haben wir [z. B. Hinflug über Programm A, Rückflug über Programm B] gebucht, saßen aber natürlich immer nebeneinander.

Unsere eiserne Regel: erst der Flug, dann der Transfer

Zum Schluss die Regel, die uns schon vor teuren Fehlern bewahrt hat: Wir übertragen Punkte erst dann in ein Vielfliegerprogramm, wenn wir die Prämienverfügbarkeit für den Wunschflug wirklich gesehen haben.

Der Grund: Transfers sind eine Einbahnstraße. Wer erst überträgt und dann feststellt, dass es auf der Wunschstrecke gar keine Prämienplätze gibt, hat seine flexiblen Punkte in einem einzigen Programm eingesperrt. Flexibilität ist im Meilen-Spiel die härteste Währung — Punkte bei Payback und Revolut sind wie Bargeld, Meilen in einem Programm sind schon ausgegeben.

Die drei häufigsten Fehler (die wir teilweise selbst gemacht haben)

  1. Punkte auszahlen lassen oder im Prämienkatalog einlösen. Bequem, aber fast immer der schlechteste Kurs.
  2. Übertragen ohne Plan. Erst Verfügbarkeit prüfen, dann transferieren — nie umgekehrt.
  3. Punkte verfallen lassen. Jedes Programm hat eigene Fristen. [EUER SYSTEM: Wie behaltet ihr den Überblick? Kalender-Erinnerung? App?]

So fangt ihr an — noch diese Woche

  1. Payback-Konto anlegen (falls noch nicht vorhanden) und die App aufs Handy — die Coupons machen einen großen Teil der Punkte aus.
  2. Miles & More-Konto eröffnen und die Nummer bei Payback hinterlegen — aber das Meilen-Abo auslassen.
  3. Revolut einrichten und RevPoints aktivieren — ab da sammelt jede Kartenzahlung mit.
  4. Und dann: sammeln, liegen lassen, auf den richtigen Moment warten.

Alle Programme, die wir selbst nutzen, findet ihr mit Details auf unserer Partner-Seite. Und wenn ihr wissen wollt, wann sich das nächste Mal ein Transferbonus lohnt: Genau solche Gelegenheiten schicken wir in unserem Newsletter herum — kurz, konkret und nur dann, wenn es sich wirklich lohnt.

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